1. Welche Kriterien müssen Jugenddrehstühle erfüllen?
In erster Linie muss man sich im Drehstuhl wohlfühlen. Unweigerlich damit verbunden ist die Voraussetzung, dass sich der Stuhl individuell auf den Benutzer einstellen lässt. Hochwertige Jugendrehstühle sind mit einem sogenannten Synchronmechanismus ausgestattet. Mit dieser Funktion passt sich der Sitzflächenwinkel beim Zurücklehnen automatisch der Rückenlehne an. Zur Entlastung der Schultern sind auch der Höhe nach verstellbare Armlehnen ein wichtiges Kriterium. Zusätzlich sollten auch die Sitztiefe und die Rückenlehne verstellbar sein. Zur Kostenersparnis ist es zudem ratsam, wenn der Drehstuhl so konstruiert ist, dass er praktisch mit dem Kind mitwächst.
2. Worauf muss man bei Jugendrehstühlen in puncto Sicherheit achten?
Wenn sich das Kind auf den Sessel setzt, sollte dieser auf keinen Fall rückwärts wegrollen bzw. nach hinten/vorne kippen. Zum Schutz der Füße, Zehen, Hände und Finger ist der Jugenddrehstuhl auch hinsichtlich möglicherweise vorhandener Quetschzonen zu beurteilen. Gefahren können auch in den Textilien der Bezüge lauern. Speziell bei Billigprodukten, die nicht mit einem Gütesigel ausgezeichnet bzw. vom TÜV geprüft sind, ist es nicht auszuschließen, dass sich in diesen gesundheitsgefährdende Farbstoffe (z. B. Azo Farbstoffe) enthalten sind.
3. Was ist unter einem ergometrischen Sitzen zu verstehen?
Ergometrisch sitzt man auf einem Drehstuhl, wenn ohne Vorbeugen
- die Fußsohlen am Boden flach aufgelegt werden können
- bei Ellenbogen und den Knien ein rechter Winkel möglich ist
- der Schulterbereich gestützt wird
- die Oberschenkel in der gesamten Länge am Sitz aufliegen
Ist die richtige Einstellung für den Jugenddrehstuhl gefunden, darf nicht vergessen werden, auch den Schreibtisch auf die passende Höhe auszurichten.
4. Wie viele Rollen muss ein Jugenddrehstuhl haben?
Zur besseren Stabilität muss ein Jugenddrehstuhl über mindestens fünf Rollen verfügen. In diesem Zusammenhang spielt der Rollwiderstand eine wichtige Rolle, der dem jeweiligen Fußbodenbelag angepasst werden muss. Das bedeutet, dass auf einer glatten Oberfläche nur gebremste Rollen sinnvoll sind. Ungebremste Rollen werden hingegen auf Teppichen verwendet.
5. Was zeichnet eine gute Polsterung aus?
Grundsätzlich sind Polsterungen hart oder weich. Der Vorteil von weichen Materialien liegt darin, dass sie sich beim Sitzen angenehm anfühlen. Allerdings reagiert bei einer Bewegung die Stuhlmechanik nicht ideal. Solide Polsterungen können hingegen unangenehme Auswirkungen auf den Körper (z. B. Schmerzen in Rücken und Gesäß, Druckstellen etc.) nach sich ziehen. Der Grund dafür liegt darin, dass sich sowohl der Sitz als auch die Rückenlehne ergonomisch nicht anpassen. Demgegenüber kann eine zu harte Polsterung auch unangenehme Folgen haben. Polsterungen der Rückenlehne sollen sich der jeweiligen Ergonomie des Rückens und des Gesäßes anpassen. Das gelingt nicht bei festen Polsterungen, die in der Regel eine Standardproportion nachbilden. Da diese aber der individuellen Ergonomie selten entspricht, entstehen permanente Druckstellen, die zu Ausweich- und Fehlhaltungen führen können. Damit sind Gesäß- und Rückenschmerzen vorprogrammiert.
6. Wie wird ein Jugenddrehstuhl richtig eingestellt?
Damit ein Jugenddrehstuhl richtig funktioniert, muss er auf die Proportionen des Anwenders eingestellt werden. Nur so können die Vorteile der Drehstuhlmechanik optimal ausgenutzt werden. Wichtig ist auch, dass mit der Konfiguration des Stuhls oben begonnen wird. Dabei ist zuerst eine aufrechte Sitzhaltung mit senkrechten Unterschenkeln einzunehmen. Neigungen nach hinten und nach vorne sind zu vermeiden. Bei der Einstellung sind folgende Komponenten der Reihe nach einzustellen:
- 1. Höhe des Sitzes
- 2. Neigung und Tiefe der Sitzfläche
- 3. Armlehnen
- 4. Höhe der Rückenlehne
- 5. Kopf- und Nackenstütze